< 15 Jahre AktivRegion Holsteins Herz
22.11.2017 10:18 Alter: 26 days

Holsteins Herz wird 15!

Spielplatz, Kanustation oder Mitnahmezentrale – Projekte vor der eigenen Haustür sind oft mit Zuschüssen der Europäischen Union (EU) gefördert worden. Das Geld wird seit 15 Jahren in den Kreisen Stormarn und Segeberg von der Aktivregion Holsteins Herz verteilt.


Hamberge: Auch der Bau einer modernen Kanustation an der Trave wurde mit EU-Zuschüssen gefördert. Auf der Trave sind viele Wasserfreunde zwischen Lübeck und Bad Oldesloe unterwegs. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Haus der Begegnung, Bildung und Kultur in Pronstorf: Architektin Jana Schmidt, Jörg Grell, Bernd Boekhoff und Bettina Albert beim ersten Spatenstich am 6. September. Holsteins Herz fördert knapp ein Viertel der Baukosten von insgesamt rund 430 000 Euro für das Dorfgemeinschaftshaus. Quelle: Petra Dreu

Neuer Pausenhof Gemeinschaftsschule am Seminarweg: Aus der derzeitigen Asphaltwüste soll für 300 000 Euro ein Aktivitätsraum mit Fitnessgeräten, grünen Inseln und Entspannungsstationen werden. 100 000 Euro gibt Holsteins Herz dazu. Gebaut werden soll nächstes Jahr. Quelle: Planung & Moderation

Markttreff Wittenborn: Aus dem ehemaligen Studts Gasthof soll ein Dorfzentrum mit Gastronomie werden. Die anfangs großen Pläne wurden zwar inzwischen abgespeckt, der Marktreff soll aber eingerichtet werden. Holsteins Herz fördert die Projektentwicklung mit 14 000 Euro.

„Unsere Aktivregion wird es auch in 15 Jahren noch geben.“ Silke Beck, Geschäftsführerin. Quelle: Holsteins Herz e. V.

Wohnmobil-Stellplätze in Wahlstedt: Die Anlage am Aqua-Fun wurde am 20. März in Betrieb genommen. Sie bietet Platz für sechs Wohnmobile, hat Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss. 54 000 Euro hat es gekostet, 23 000 Euro kamen von Holsteins Herz. Quelle: Heike Hiltrop

Bad Oldesloe: Die Einrichtung des Nachbarschafttreffs „Schanze“ wurde von der Aktivregion unterstützt. Quelle: M. Thormählen

Bad Oldesloe: Der Verein Erle legte einen Abenteuerspielplatz an. Auch dafür gab es Geld. Quelle: MATZEN

Bad Oldesloe. Geschäftsführerin Silke Beck will die Erfolgsstory auf jeden Fall fortschreiben: „Ich bin davon überzeugt, dass es unsere Aktivregion auch in 15 Jahren noch geben wird.“ Dabei waren die Anfänge überaus bescheiden – denn gerade einmal 30 Mitglieder waren dabei, um möglichst viel Geld aus dem EU-Fördertopf zu bekommen. Das hat sich offensichtlich herumgesprochen, denn heute gehören der Aktivregion 122 Mitglieder an. „Das können Städte und Gemeinden, Institutionen oder auch einzelne Bürger sein“, erläutert die Geschäftsführerin. Es seien bereits mehr als 100 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro und Fördermitteln in Höhe von etwa 5,8 Millionen Euro umgesetzt worden.

Und eine Mitgliedschaft, so Silke Beck, rechne sich auf jeden Fall. Sie geht auch auf die einst in Bad Oldesloe von Stadtverordneten geführte Diskussion ein, eventuell die Aktivregion zu verlassen, weil angesichts des Mitgliedsbeitrags nicht ausreichend Zuschüsse in die Kreisstadt Stormarns fließen würden. Das sieht Silke Beck anders: „Wir haben in Bad Oldesloe zwei wichtige Projekte gefördert – das sind zwar Vorhaben von privaten Institutionen gewesen, doch sie kommen ja den Bürgern in der Stadt zugute.“ Wichtig sei, dass von Kommunen oder andere Mitglieder Pläne präsentierten, die für eine Förderung infrage kämen.

Die öffentliche Nutzung – das ist die entscheidende Voraussetzung, um Geld aus Brüssel zu bekommen. Es geht um das „Leader“-Programm, mit dem die EU Vorhaben in ländlichen Regionen voranbringen will – wie den Aufbau eines Mitnahmenetzwerkes im Kreis Segeberg. „Es geht um eine App, mit der sich Bürger verständigen können, wenn sie mit Privatwagen unterwegs sind, vergleichbar mit dem Prinzip einer Mitfahrzentrale“, erklärt Silke Beck. Dies sei wichtig, wenn es keine guten Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr gebe. Das Mitnahmenetzwerk soll im Frühjahr 2018 anlaufen.

„Wir könnten auch den Bau von Ferienwohnungen unterstützen. Wer allerdings sein Privathaus mit einem Wintergarten verschönern will, der bekommt kein Geld von uns“, so die Geschäftsführerin. Als eine wichtige Aufgabe für die Zukunft bezeichnet sie die Fortsetzung der Digitalisierung.

Silke Beck geht davon aus, dass die Aktivregion Holsteins Herz weiterhin auf Geld von der EU hoffen kann: „Wir haben in den vergangenen Jahren immer mehr bekommen.“ Es gebe noch viele größere und kleinere Vorhaben, die förderungswürdig seien. Die Geschäftsführerin hat nicht nur die ländlichen Strukturen in Stormarn und Segeberg im Blick – sie schaut auch nach Brüssel: „Da ändert sich vieles mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU. Das Land hat mehr eingezahlt, als es bekommen hat. Ob der Brexit auch Folgen für unsere Aktivregion hat? Das lässt sich schwer vorhersagen.“    

Quelle: Lübecker Nachrichten, den 22.11.17; von Michael Thormählen