< Ein Herz für Kinder und Jugendliche
27.11.2017 07:59 Alter: 22 days

Die Brücke zu den EU-Millionen

Jubiläum: Die AktivRegion Holsteins Herz besteht seit 15 Jahren - 95 Projekte für den ländlichen Raum gefördert


Auch hier hatte Holsteins Herz seine Hände im Spiel: der Team-Tower in Daldorf (Hintergrund). Hier saust Ivo am rund 300 Meter langen Stahlseil durch den Erlebniswald Trappenkamp. FOTO: ARC

KREIS SEGEBERG. „Holsteins Herz" schlägt seit 15 Jahren. Die sogenannte Aktivregion hat 95 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 12,2 Millionen Euro umgesetzt, um die ländliche Region zu fördern. Als Zuschüsse ausgeschüttet wurden davon 5,8 Millionen Euro aus EU-Töpfen. Der Verein, dem vorrangig Kommunen, aber auch Vereine und Privatleute angehören, berät die Projektverantwortlichen, sorgt für reibungslose Bearbeitung der Förderung von der Bewilligung bis hin zum Schlussverwendungsnachweis.

Der Arbeitsbereich erstreckt sich von Bornhöved über das Amt Trave-Land, Leezen, Nordstormarn, die    Städte Bad Oldesloe und Reinfeld bis nach Trittau.

Seine Büros hat der Verein in Bad Segeberg auf dem Gelände der Landwirtschaftsschule. 2002 war die Projektgemeinschaft als eine der ersten sogenannten Aktivregionen in Schleswig-Holstein gegründet  worden. Sie setzt von der EU geförderte Projekte in der Region um. Der Arbeitsbereich erstreckt sich von Bornhöved im Norden über das gesamte Amt Trave-Land, Leezen, Nordstormarn, die Städte Bad Oldesloe und Reinfeld bis nach Trittau.

Schleswig-Holstein soll mit EU-Hilfe eine „Smart Country" werden, wo Jung und Alt mindestens genauso gut leben können sollen wie in städtischen Bereichen, erklärte „Holsteins Herz"-Vorsitzender Werner Schultz, Gemeindedezernent in Trappenkamp, während der Jubiläumsfeier im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe. Die einzelnen Förderperioden tragen komplizierte Namen, abgekürzt mit LEADER oder ELER. Ziel ist immer, das Leben auf dem Land attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten sowie dabei die regionale Identität zu stärken. Es geht um Daseinsvorsorge, Wachstum und Innovation, Bildung sowie Klimawandel und Energie.

Auch an Projekte für Kinder und Jugendliche wurde gedacht. Seit 2011 wurden aus dem Jugendförderfonds 40 Projekte mit einer Fördersumme von 16.000 Euro unterstützt, darunter Mitmachzirkusse, Kulturprojekte und Hilfsmittel zur Kommunikation für eine Integrationskindergartengruppe.

Für die derzeitige Förderperiode bis 2020 stehen rund 2,3 Millionen Euro zur Bezuschussung von Projekten zur Verfügung. Die Projektideen kommen von Menschen aus der Region. Es geht um Freizeit und Kulturangebote, neue Treffpunkte, Belebung von Ortskernen oder Aus- und Weiterbildungsangebote. Jüngst profitiert hatte Förster Stephan Mense vom Erlebniswald Trappenkamp. 2014 hatte der landeseigene Park für sein Projekt des Kletterturms Team-Tower 149.170 Euro Fördergeld erhalten. Die Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Imker, Anke Last, erinnerte daran, dass sie die als eine der ersten eine Förderung von Holsteins Herz für den Bienenlehrpfad in der Hamburger Straße in Bad Segeberg erhalten habe. Gefördert wurden und werden außerdem der Bau eines Wohnmobilstellplatzes in Wahlstedt und der Aufbau eines Mitnahmenetzwerkes für den Kreis Segeberg.

Breites Spektrum: Bienen, Backofenwiese und Schule

Geholfen hat Holsteins Herz auch bei der Gestaltung der Backofenwiese in Bad Segeberg oder auf dem Jugendzeltplatz des Kreises in Wittenbom. 2018 wird mit rund 100.000 Euro der Umbau des Schulhofes der Gemeinschaftsschule am Seminarweg in Bad Segeberg gefördert. Kurzfristig nicht verwirklicht werden kann wohl der Ausbau des alten Bahndammes zwischen Groß Rönnau und Blunk, der von Ausflüglern genutzt wird. Bürgermeisterin Wiebke Bock aus Blunk bedauerte, dass andere Projektbetreiber wohl schneller gewesen seien. In einer Podiumsdiskussion hielten Ulrich Pommerenke als Vorstandsvorsitzender des Vereins und andere Entscheidungsträger einen Rückblick über die vergangenen 15 Jahre, Geschäftsführerin Silke Beck schaute optimistisch in die Zukunft.

Quelle: Segeberger Zeitung, den 24.11.17; von Klaus J. Harm