Was entsteht, wenn Menschen vor Ort Ideen entwickeln und ihre Region selbst mitgestalten können? Das konnten wir bei unserer Projektexkursion am 19. September ganz praktisch erleben. Auf der Tour besuchten Mitglieder der AktivRegion Holsteins Herz vier ganz unterschiedliche Projekte in Bad Oldesloe und Reinfeld. Dabei wurde deutlich: Hinter jedem Projekt stehen engagierte Menschen, gute Ideen und Fördermöglichkeiten, die helfen, diese Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.
Ob über LEADER, das Regionalbudget oder den Jugendförderfonds, die besuchten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig Regionalentwicklung aussehen kann.
Bewegung und Begegnung im Bürgerpark
Erster Halt war das Skateland mit Street-Workout-Anlage im Bürgerpark Bad Oldesloe. Das erweiterte Skateland und die neue Street-Workout-Anlage mit Parkourelementen ergänzen das Freizeitangebot und schaffen einen Treffpunkt für Jugendliche, Familien und Erwachsene. Besonders wichtig: Die Wünsche und Ideen junger Menschen sind direkt in die Gestaltung eingeflossen. Die Anlagen sind barrierefrei zugänglich und werden durch Sitzmöglichkeiten und eine passende Beleuchtung ergänzt. So verbindet der neue Bereich Bewegung, Begegnung und gemeinsames Verweilen.
Lernen, gärtnern und gemeinsam anpacken
Weiter ging es zur Kleingartenkolonie Brennermoor. Dort konnten gleich mehrere geförderte Projekte besichtigt werden.
Mit Unterstützung des Regionalbudgets wurden die in die Jahre gekommenen Sanitärräume modernisiert. Entstanden ist eine barrierearme Unisex-Toilette mit Wickelmöglichkeit. Wassersparende Sanitärtechnik und eine energiesparende Bedarfsbeleuchtung tragen zusätzlich zur nachhaltigen Nutzung bei. Besonders beeindruckend war der ehrenamtliche Einsatz der Vereinsmitglieder, die bei der Entkernung selbst kräftig mit angepackt haben.
Auf der Gartenparzelle der Stadtschule Bad Oldesloe stand anschließend die Draußenschule im Mittelpunkt. Mit Unterstützung des Jugendförderfonds entstand eine DraußenBackstube mit Lehmbackofen. Auch Hochbeete wurden bereits über den Jugendförderfonds gefördert. Mit der Erneuerung der Laube wird nun zusätzlich ein wetterfester Lern- und Aufenthaltsraum geschaffen. Hier wird nicht nur über Natur und Ernährung gesprochen. Die Kinder können selbst säen, ernten, werkeln und gemeinsam backen. Lernen findet ganz praktisch draußen statt.
Moderne Technik für den Naturschutz
Beim dritten Stopp wurde es tierisch und technisch zugleich. Bei der Jungwildrettung konnten die Teilnehmenden erleben, wie eine Wärmebilddrohne dabei unterstützt, Rehkitze, Junghasen und Bodenbrüter während der Wiesenmahd rechtzeitig aufzuspüren und zu schützen. Auch im Kurpark Bad Oldesloe gibt es viel über unsere heimische Tierwelt zu entdecken. Ein Wildtierlehrpfad mit acht Stationen informiert mit Holzskulpturen, Tafeln und QR-Codes über Tiere und ihre Lebensräume. Schülerinnen und Schüler der Stadtschule Bad Oldesloe haben sich aktiv an der Gestaltung beteiligt. Das Projekt verbindet damit Naturschutz, Umweltbildung und Beteiligung und zeigt, wie moderne Technik und Engagement vor Ort gemeinsam etwas bewegen können.
Natur erleben am Travenhof
Zum Abschluss führte die Tour zum Travenhof in Reinfeld. Mit einem kleinen Spielplatz, Sitz- und Rastmöglichkeiten sowie Infotafeln ist dort ein naturnaher Erlebnisort entstanden, der zum Spielen, Entdecken und Verweilen einlädt. Die Außenanlage mit dem Spielplatz wurde über das Regionalbudget gefördert. Informationen rund um Maisanbau, Biodiversität und das Leben auf dem Hof machen Landwirtschaft und Natur direkt vor Ort erlebbar. Natürlich durfte auch das Maislabyrinth nicht fehlen. Nach so viel Entdecken und Ausprobieren gab es zum Abschluss noch einen gemeinsamen Imbiss.
Was bleibt? Gute Ideen brauchen Unterstützung
Die vier Stationen waren ganz unterschiedlich. Gerade das machte die Exkursion so interessant. Sie zeigten, wie aus regionalen Ideen konkrete Angebote für Bewegung und Begegnung, Bildung, Natur- und Tierschutz sowie Freizeit und Naherholung entstehen können.
Gleichzeitig nutzten wir die Exkursion, um nach vorne zu schauen: Wie geht es mit der Förderung der ländlichen Räume nach 2027 weiter?
Aktuell wird über den EU-Haushalt 2028–2034 und damit auch über die zukünftige Ausgestaltung der Förderung ländlicher Räume beraten. Für die AktivRegionen geht es dabei auch um die Frage, welche Möglichkeiten Regionen künftig haben werden, ihre Entwicklung selbst mitzugestalten. Die Exkursion hat eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn gute Ideen aus der Region Unterstützung bekommen. LEADER ist für uns deshalb mehr als ein Förderprogramm: Es ist gelebte Regionalentwicklung – nah an den Menschen, ihren Ideen und den Herausforderungen vor Ort. Damit auch künftig aus guten Ideen gute Projekte werden können, braucht es starke Fördermöglichkeiten und regionale Gestaltungsspielräume, auch über 2027 hinaus.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Projektträgerinnen und Projektträgern für die offenen Türen, die interessanten Einblicke und die gute Zusammenarbeit!



